Der Violinschlüssel

Der Violinschlüssel – Auf Instagram fangirle ich manchmal mit meinen bookstagram Freundinnen über die Idee zu meinem Roman. Magische Musik! Wie cool ist das denn?

Okay, aber zurück zur Bescheidenheit: Ihr wolltet gerne wissen, wie ich auf die Idee zu meinem Roman gekommen bin. In diesem Post versuche ich euch das zu erklären.

Spill the tea!

Generell sind für mich Musik und Literatur eng miteinander verbunden. Zum einen, da ein Song für mich in erster Linie einfach ein Gedicht ist, das musikalisch interpretiert wurde. Zum anderen, weil Musik, Gesang, Gedichte und Tanz mich einfach schon mein Leben lang umgeben haben und so sehr zu meinem Alltag, meiner Kultur und meinem Ausdruck von Lebensfreude gehören, dass ich sie kaum von einander trennen kann und auch nicht den Sinn darin sehe. Es ist Kunst. Es ist Ausdruck. Es ist eine Geschichte.

Aber was ich damit genau meine, erkläre ich euch gerne einmal in einem anderen Post, wenn es euch interessiert. (Falls ja, lasst es mich doch gerne in einem Kommentar unter dem Beitrag hier wissen.)

Aber zurück zur Romanidee und der magischen Musik: Es begann alles mit einer Reise nach Marrakech. Wenn ich mich Recht erinnere, war es der 17.10.2016 und es wurde gerade Aschura in Marrakech gefeiert. Wir befanden uns in der alten Medina. Etliche verwinkelte Gassen, in denen die Kinder schon morgens mit Trommeln durch gelaufen sind und wenn ich glaube auch sangen. Vor allem aber begleiteten uns die Trommelklänge den ganzen Tag über. Ich hatte keine Ahnung, welche Ausmaße diese Feierlichkeit am Abend noch nehmen würde.

Wir verbrachten also unseren Tag auf dem Basar, der für sich allein schon total verzaubernd ist, aßen leckere Oliven und bestaunten hübsche Laternen. Nachts machten wir uns auf den Weg durch die Medina zurück zu unserem Riad. Was wir nicht wussten, war, dass Aschura in Marrakech ein großes Spektakel ist. Die Kinder hatten sich am Morgen lediglich mit den kleinen Trommeln aufgewärmt. Jetzt hatten auch alle anderen ihre Häuser verlassen, ihre Trommeln geholt und Feuer angezündet.

Riesig große Feuer. In klitzekleinen Gassen! Osterfeuer-groß – nur, dass die Leute nicht einfach nur altes Holz zum anzünden nahmen, nein… sie nahmen alte Autoreifen und was sie sonst noch finden konnten.

Zugegeben, ich hatte Angst. Ich hatte so etwas nicht erwartet und hier und da explodierten kleine Feuerbomben. Dazu kamen die immer lauter werdenden, immer hektischer, schneller, wilder, wahnwitzigeren Trommelklänge.

Trommeln und Feuer. Braucht es noch mehr, um ein Fantasyhirn zu entfachen? Wir flüchteten uns schnell nach Hause, denn auch wenn es so eine unglaubliche Erfahrung war, war es vor allem befremdlich und gefährlich. Die ganze Nacht ließen mich der Anblick und die Klänge nicht los. Unbewusst plottete mein Fantasyhirn gemeinsam mit meinem Fantasyherz den Beginn einer neuen Geschichte.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, schliefen zum Glück noch alle. Ich setzte mich auf die Dachterrasse und schrieb.

Ein Institut. Trommeln. Verbotene Musik. Seeleninstrumente. Magie.

Und so war die Idee geboren. Der Violinschlüssel.

Immer, wenn ich zurück an die Trommeln dachte, glaubte ich das lodernde Feuer vor meinen Augen zu sehen, die Hitze auf meinen Armen zu spüren und das Gefühl der Angst und Faszination in meinem Herzen.

Kennt ihr das? Wenn ihr ein ganz bestimmtes Lied hört und auf einmal fühlt ihr euch als wärt ihr an genau demselben Ort, in genau derselben Zeit und genau derselben Stimmung, in der ihr das Lied zum ersten Mal gehört habt? Oder wenn ihr ein Lied hört, das euch so sehr berührt und euch einlullt und ihr die Augen schließt und euch einbildet, ihr wäre gerade an genau dem besungenen Ort? Lieder, die so etwas mit mir anstellen, sind zum Beispiel Scarborough Fair von Aurora und I see fire von Ed Sheeran.

Als würde man durch ein Lied reisen. In fremde Zeiten, an fremde Orte, in fremde Gefühlswelten und fremde Geschichten. Für mich ist das magisch.

Ich liebe Fantasy, die sich am Leben orientiert. „I seek magic in the ordinary“ behaupte ich auf twitter und das stimmt. Ich sehe mir die Welt gerne sehr aufmerksam an. Versuche Geräusche im Wald zu hören und Gesichter in Bäumen zu erkennen. Wenn der Wind durch die Baumkrone weht, bilde ich mir ein, das wäre ein uralter Tanz. Was, wenn der Wind ein Wesen ist? Was, wenn der Wind singt und tanzt, genauso wie wir…?

Sucht ihr auch Magie im Alltäglichen?

Let's get social 🙂
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I love my kids, cats and books! Auf Reisen klettere ich gern durch den marokkanischen Atlas oder den malayischen Dschungel. Auf Instagram und Pinterest berichte ich über meine Leidenschaften.